MONIKA SCHMIDT-BROCKMANN

Über die Künstlerin

Monika Schmidt-Brockmann wurde in Bremen geboren, wo sie zunächst eine grafische Ausbildung absolvierte. Bereits früh führte sie ihr Lebensweg nach Nordrhein-Westfalen. In der Landeshauptstadt arbeitete sie in einer Werbeagentur, bevor sie sich mehr und mehr der bildenden Kunst zuwandte. Hier hatte sie auch erste Kontakte zur Düsseldorfer Kunstszene und zu deren erst später deutschlandweit bekannten Vertretern, wie etwa Jörg Immendorf.

In den 70er Jahren begann Monika Schmidt-Brockmann künstlerisch zu arbeiten. Es war die Zeit der Pop-Art, des Action-Paintings und des künstlerischen Aufbruchs in die Moderne. Unter dem Einfluss dieses Zeitgeistes arbeitete die junge Künstlerin vor allem abstrakt. Sie entdeckte nicht nur die starken, kräftigen Farben für sich, sondern auch das Action-Painting. Monika Schmidt-Brockmann drippelte ihre Arbeiten, ließ die Farbe laufen. Diese Technik hatte die Künstlerin für sich entdeckt. Bis heute spiegelt sich dieser Einfluss in ihren Drippel-Art-Arbeiten wieder.

Bild aus dem U-Bahnhof "Consolidation" - nur eines von
vielen Großprojekten Alfred Schmidts
.

Mitte der 70er Jahre wurde sie Schülerin des Künstlers Alfred Schmidt, mit dem sie später auch zusammen arbeitete und lebte. Der bedeutende Zeichner, der Düsseldorf gerade den Rücken wandte, um sich im Ruhrgebiet dem bedeutendsten künstlerischen Projekt seines Lebens zuzuwenden, verstand die Malerei nicht nur als Kunst, sondern auch als Handwerk, das es in vielen Jahren zu erlernen galt.
Unter diesem Einfluss arbeitete Monika Schmidt-Brockmann vielseitig und spezialisierte sich zunächst auf das Anwenden altmeisterlicher Techniken. In der Folgezeit setzte sich die Künstlerin immer wieder mit

der Farbe an sich auseinander. Zwar erarbeitete sie sich die unterschiedlichsten altmeisterliche Techniken, erforschte aber zugleich die Wirkung der einzelnen Farben. Immer wieder entstanden einfarbige Arbeiten, die für Monika Schmidt-Brockmann ein Gleichgewicht schufen, arbeitete sie doch während dieser ganzen Zeit gemeinsam mit Alfred Schmidt an dessen Projekten und Kunstaktionen. Und, das lag an dem von ihm gewählten Thema Bergbau, die Bilder des Künstlers waren schwarz-weiß, fotorealistische Zeichnungen aus der Welt unter unseren Füßen.

Durch Alfred Schmidt lernte die Künstlerin unter anderem Wolf Vostell und Joseph Beuys kennen – nur zwei von vielen bekannten Studienfreunden Alfred Schmidts. Mit Beuys verband Schmidt vor allem die Überzeugung, dass Kunst nicht einer elitären Schicht vorbehalten, sondern geistige Nahrung für alle, ja Lebensmittel ist. Diesen Gedanken verinnerlichte Monika Schmidt-Brockmann damals – und sie lebt ihn bis heute.

Nach dem Tode Alfred Schmidts und einer kurzen Schaffenspause ging Monika Schmidt-Brockmann künstlerisch ganz neue Wege. Ihre Bilder wurden abstrakter, ohne aber an der alten Aussagekraft zu verlieren.
Heute vereint die Künstlerin altmeisterliche Techniken – wie etwa in der Verwendung von reinem Blattgold – und abstraktes Arbeiten zu einem beeindruckenden künstlerischen Gesamtwerk. Immer wieder arbeitet Monika Schmidt-Brockmann nun technikübergreifend. Sie schafft das künstlerische Crossover.
Die Künstlerin liebt die Herausforderung. Sie entwickelt mit ihren visionären Ideen immer neue Bilder-Reihen, die ihr selbst alles Können und alle Erfahrung abverlangen. Ihre Bilder haben Kraft und Größe, sind massiv und berühren den Betrachter doch auf zarte Weise. Sie sind zuweilen wild, leidenschaftlich und mitreißend. Und nicht wenige Menschen haben über das Werk von Monika Schmidt-Brockmann den Zugang zur bildenden Kunst gefunden.

Eden

"Eden" by M. Schmidt-Brockmann

Zyklus Metall

Seit vielen tausend Jahren prägt das Metall das Leben der Menschen. Mit unserem heutigen Alltag ist es verflochten, ja untrennbar verbunden. Und in den Bildern von Monika Schmidt-Brockmann findet es den Weg in die Kunst und auf die Leinwand.
Stets ist die Künstlerin auf der Suche nach neuen künstlerischen Herausforderungen. Ein Päckchen mit purem Blattgold, welches ihr Mann einst aus New York mitgebracht hatte, war der Anstoß für ihr Thema: Metall. Die Künstlerin suchte nach Wegen, Blattmetalle in ihre Bilder einzubinden. Und sie fand sie. Es entstanden Bilder-Reihen wie „Aurum“, „Cuprum“ und „Argentum“. Hier verband Monika Schmidt-Brockmann diese Technik mit der ihrer ersten Arbeiten, nämlich dem Action-Painting. Sie drippelt auf Blattmetallen und schafft nicht nur die künstlerische Verbindung, sie baut mit diesen Bildern Brücken zwischen der Klassik und der Moderne.
Hart und zugleich zart – und zuweilen in einer seiner edelsten Formen. Monika Schmidt-Brockmann greift den individuellen Charakter der einzelnen Metalle auf und bindet ihn in das Kunstwerk ein.
Die Kühle des Silbers, die Erdverbundenheit des Kupfers, alles hat hier seinen Platz und wird mächtig und stark in Szene gesetzt und es entstehen Bilder von nahezu unbeschreiblicher Ausdruckskraft, der sich der Betrachter kaum zu entziehen mag.

Monotheism

Im folgenden Zyklus beschäftigte sich die Künstlerin im Jahr 2008 mit den drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Malerisch wollte sie die Unterschiede zwischen den Religionen heraus arbeiten. Doch während des Schaffensprozesses fand sie immer mehr Gleichheiten. Es entstanden Bilder, die Brücken bauten, die die Betrachter einluden zur Diskussion, zum Kennen lernen, und letztlich zum Miteinander. Die Bilder der Reihe sind ungewöhnlich realistisch und bleiben dennoch abstrakt. Angedeutete Buchstaben und Schriftzeichen verweisen auf Stellen im Alten Testament, im Neuen Testament und im Koran. Andere Arbeiten bringen Symbole der jeweiligen Religionen, wie etwa die Klagemauer oder die Rosen von Israel auf die Leinwand.
Im Rahmen der Ausstellung fand auch eine Kunstaktion mit integriertem Gottesdienst statt. Die Künstlerin hatte weiße Ballons vorbereitet, an denen jeweils ein kleines Seidentuch hing. Hierauf hatte Monika Schmidt-Brockmann den Gottesnamen geschrieben, einmal auf Hebräisch, einmal auf Arabisch. In einer gemeinsamen Aktion ließ sie mit den Besuchern diese Ballons gen Himmel steigen – als Botschaft für mehr Miteinander auf der Welt.

Termine

23. Oktober 2008: Eröffnung Ausstellung "Circles" in der Galerie Alfred-Schmidt-Haus. Dauer der Ausstellung: Bis Jahresende.

Kontakt und Impressum

Monika Schmidt-Brockmann
Alfred-Schmidt-Haus
Bergmannsglückstraße 42
45896 Gelsenkirchen
0209-6001784

Links:
ALFRED-SCHMIDT-HAUS